FRANKFURT statt Cloud Act
Die deutsche Wirtschaft hat ihre Haltung zur Cloud verändert. Was jahrelang als politische Debatte geführt wurde, ist in den Beschaffungsabteilungen angekommen. Der aktuelle Cloud Report des Digitalverbands Bitkom liefert dazu Zahlen, die kaum Interpretationsspielraum lassen.
Der Befund
85 Prozent der befragten Unternehmen ab 20 Beschäftigten halten die Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Anbietern für zu hoch. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 78 Prozent. Für die repräsentative Studie wurden 603 Unternehmen in Deutschland befragt. IT Daily
Noch deutlicher wird die Lage im Vergleich zwischen Realität und Wunsch. 71 Prozent der Unternehmen beziehen heute Cloud-Angebote aus den USA, bevorzugen würden diese Herkunft allerdings nur 8 Prozent. Bei deutschen Anbietern kehrt sich das Verhältnis um: 53 Prozent setzen aktuell auf Provider aus Deutschland, 91 Prozent hätten sie am liebsten. All About Security
Zwischen dem, was Unternehmen einsetzen, und dem, was sie einsetzen wollen, klafft also eine Lücke von fast 40 Prozentpunkten.
Aus Unbehagen wird Handlungsbereitschaft
Interessanter als das Problembewusstsein ist die Bereitschaft, dafür etwas in Kauf zu nehmen. 37 Prozent der Unternehmen würden heute eine Cloud-Lösung wählen, die Daten ausschließlich in Deutschland verarbeitet und vor ausländischem Zugriff schützt, selbst wenn das höhere Kosten oder weniger Funktionen bedeutet. Im Vorjahr waren es 27 Prozent. GUS ERP
Knapp zwei Drittel der Cloud-Nutzer, konkret 64 Prozent, sehen sich durch die Politik der US-Regierung gezwungen, ihren bisherigen Kurs zu überdenken. Im Vorjahr äußerten das nur 50 Prozent. Homburg1
Das ist der eigentliche Wendepunkt. Souveränität ist kein Bonuskriterium mehr, sondern ein Argument, das gegen Funktionsumfang und Preis abgewogen wird.
Worauf Unternehmen bei der Anbieterwahl achten
Der Report zeigt auch, welche Kriterien tatsächlich entscheiden. Vertrauen in Datenschutz, IT-Sicherheit und Compliance steht mit 95 Prozent an erster Stelle. Es folgen Leistungsfähigkeit und Stabilität mit 91 Prozent, Datenverschlüsselung mit 89 Prozent sowie der Schutz vor unbefugtem Zugriff, auch durch den Anbieter selbst, mit 87 Prozent. Das Herkunftsland des Anbieters erreicht 61 Prozent, der Standort der Rechenzentren 57 Prozent. All About Security
Souveränität wirkt also nicht als isoliertes Verkaufsargument. Sie wirkt dort, wo sie eine konkrete Sicherheitsfrage beantwortet: Wer kann auf die Daten zugreifen, und unter welcher Rechtsordnung?
Genau an diesem Punkt bleiben viele Angebote vage. 87 Prozent der Unternehmen monieren eine fehlende Transparenz über Datenverarbeitung und Zugriffsrechte bei den souveränen Angeboten internationaler Anbieter. Das Zentrum Digitale Souveränität warnt in diesem Zusammenhang ausdrücklich vor Angeboten, die Souveränität versprechen, sie aber nicht strukturell verankern. Homburg1GUS ERP
Warum das Thema auch Software-Trainings direkt betrifft
In Schulungen passiert etwas, das in der Souveränitätsdebatte oft übersehen wird: Es fließen echte Daten. Teilnehmerlisten mit Namen, E-Mail-Adressen und Firmenzugehörigkeit. Bei Produktschulungen häufig auch Beispieldatenbestände, Konfigurationen oder Testdaten aus Kundensystemen.
Wer Schulungsrechner bei einem US-Hyperscaler oder bei dessen europäischer Tochtergesellschaft betreibt, verarbeitet diese Daten in einer Infrastruktur, die dem CLOUD Act unterliegt. Der Sitz der Tochtergesellschaft in Irland, in den Niederlanden oder in Deutschland ändert daran nichts, denn der CLOUD Act knüpft an die Kontrolle durch das US-Mutterunternehmen an, nicht an den Standort der Server. Auch europäisch benannte Angebote wie eine “Sovereign Cloud” bleiben davon erfasst, solange die Muttergesellschaft in den USA sitzt.
Für Trainingsanbieter hat das zwei Konsequenzen. Erstens wird die Frage nach dem Hosting immer häufiger im Ausschreibungsprozess gestellt, besonders von Kunden aus dem öffentlichen Sektor, der Finanzwirtschaft und der Industrie. Zweitens lässt sich die Antwort darauf zum Argument machen, statt sie als lästige Compliance-Hürde zu behandeln.
Die Lünendonk Studie 2026 zur digitalen Souveränität stützt diese Entwicklung: 93 Prozent der befragten Unternehmen sehen europäische Cloud-Anbieter auf Infrastrukturebene inzwischen als wettbewerbsfähig an. Das Argument, es gebe schlicht keine Alternative, trägt nicht mehr weit. GUS ERP
Was das für die Praxis heißt
Wer Software-Trainings anbietet, sollte drei Dinge klären und aktiv kommunizieren:
Wer betreibt die Infrastruktur? Nicht die Region eines Hyperscalers und nicht der Firmensitz einer Tochtergesellschaft, sondern das physische Rechenzentrum und die Konzernzugehörigkeit des Betreibers.
Wer hat Zugriff? Technischer Zugriff des Anbieters, Unterauftragsverarbeiter, geltende Rechtsordnung.
Was passiert nach dem Training? Wie lange bestehen Umgebungen und Teilnehmerdaten fort, und wie werden sie gelöscht?
Diese drei Antworten entscheiden zunehmend darüber, ob ein Trainingsangebot im Beschaffungsprozess durchkommt.
deskMate
deskMate ist genau für diese Anforderung gebaut. Die virtuellen Schulungsrechner laufen auf eigenen Servern von Kivito in Frankfurt am Main, ohne Beteiligung eines US-Hyperscalers und ohne dessen europäische Tochtergesellschaften. Die Verarbeitung findet ausschließlich in Deutschland statt, der Betrieb ist datenschutzkonform nach DSGVO.
Die Schulungsrechner einer Session sind untereinander vernetzt, gegenüber anderen Sessions jedoch vollständig isoliert. Nach Trainingsende werden die Maschinen automatisch und vollständig gelöscht, nicht nur die Zuordnung der Teilnehmenden.
Und der Aufwand dafür bleibt gering: Eine komplette Trainingsumgebung mit Benutzerkonten, Zugangslinks, Schulungsrechnern und Trainer View steht in unter einer Minute bereit, vollautomatisch.
Wenn du wissen willst, wie das für deine Trainings konkret aussieht, sprich uns an. Wir zeigen es dir in 15 Minuten.
